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Gin mit Bart

04.September 2018 // Leseprobe aus Ausgabe 12

Gin mit Bart

AUF DER SUCHE NACH DEM GIN DES LEBENS SIND WIR SEIT JAHREN. ABER ES HAT NIE GUT GENUG GEPASST. BIS JETZT. BIS WIR MARCEL WEISS GETROFFEN HABEN … UND NUN IST ER FERTIG: UNSER KOMPLEXER UND AROMATISCHER GIN, DER FRUCHTIGE UND FLORALE, WÜRZIGE UND HERBE AROMEN VERWEBT. #HEIMAT IN FLASCHEN – DER WEISSBART!

Stell Dir vor, Du siehst, wie Dein Baby zu laufen anfängt. Wie der Gin aus der Destille zu laufen beginnt und Du davorstehst und fast schon Pippi in den Augen hast. Genau so ist das mit unserem WEISSBART!-Gin. Was für eine Freude nach so vielen Monaten der Vorbereitung! Beim ersten Besuch auf dem Bahlinger Rosenhof froren wir uns noch die Griffel ab. Und nun rinnt uns der Schweiß von der Stirn. Draußen im Hof vor der winzigen Brennerei hat das Thermometer gerade die 30-Grad-Marke geknackt. Drinnen am Kupferkessel sind Temperatur und Stimmung am Siedepunkt. Der lodernde Ofen unter der Brennblase ist ein Grund dafür, die knisternde Vorfreude der andere. Nur: Probieren können wir unseren Badischen Gin noch immer nicht. „Das ist der ungenießbare Vorlauf, einen Moment sollten wir uns noch gedulden“, warnt Destilliermeister Marcel Weiß.

GIN MAL OHNE WELTREISE
Ihr wisst ja – wenn’s ums Genießen geht, scheuen wir keine Mühen. Wir ernten Äpfel von der eigenen Streuobstwiese, sammeln Eier von #heimat-Hühnern und köpfen streitsüchtige Hähnchen, wenn es sein muss. Was wir aber noch nicht gemacht haben, ist Gin. Aber warum eigentlich nicht? Also ran an den Wacholdertropfen! Und klar: Wir machen es auf unsere Weise. Ganz #heimatlich. Ohne Zitrusfrüchte und Weltreise. Sondern mit den Aromen, die wir vor unserer Haustür finden. Komplex und facettenreich, spannend, überraschend und vielfältig. In der Nase nach Mandeln duftend, nach Steinfrucht und zarten Blüten. Nicht dominant, drückend – sondern ganz fein. So, wie wir uns #heimat in flüssig vorstellen. Theoretisch ganz einfach … in der Praxis aber lernen wir, dass eine Blüte, die man in Alkohol einlegt, ganz anders schmecken kann als erwartet. Also fort mit dem Holunder! Einige Experimente scheitern, andere glücken. Schafgarbe ist zum Beispiel so ein Volltreffer. Nur sind die benötigten Blüten der Pflanze ziemlich mühsam zu pflücken. Ganz mini und leicht. Das dauert, bis man was beieinander hat. Erst recht, wenn die glühende Sommersonne auf einen niederbrennt. „Marcel, wie viel brauchst Du davon?“, lautete Ende Mai noch die alles entscheidende Frage – schließlich blüht die Pflanze nur für kurze Zeit. „15 Kilo“. Herrje, dann mal das Körble unters Ärmle und los …

Über unseren Treffen schwebt ein Hauch von Alchemie. Aus zig geöffneten Marmeladengläsern strömen unzählige Düfte, die mit unseren Näschen erfasst werden wollen. Mit der Pipette bewaffnet, mischt Marcel Kleinstmengen der Mazerate zusammen – so nennt man das Ergebnis, nachdem Zutaten in Alkohol eingelegt wurden und ihr Aroma abgeben haben. Immer und immer wieder: Nach unzähligen Mischungen, Proben und Gesprächen haben wir unsere Zusammensetzung schließlich gefunden. Die würzige Frische von bestem Wacholder ist gesetzt, klar. Dazu die herbe Frucht und die mandeligen Noten der Zibärtle. Mal ehrlich: Wenn der Brand von hier sein soll, müssen diese wilden, von Hand gepflückten Allemannen-Pflaumen einfach rein. Für die floralen Aromen sorgt ein ungleiches Paar: Duftrosen aus eigenem Anbau und die weißen Blüten der Schafgarbe. Schließlich heißt der Rosenhof nicht nur so, unter der Obhut von Marcels Mama Waltraud wachsen hier auch diverse Sorten in der eigenen Rosenbaumschule. Rose und Schafgarbe. Wenn man so will: die Schöne und das Biest. Dazu die Frische der Pfefferminze, mit deren kleinen runden Bonbons zumindest jeder Offenburger aufgewachsen ist. Und natürlich einen Hauch vom roten Gold unserer Obstbäume, aus dem die berühmteste Torte der Welt ihren legendären Ruf speist: Schwarzwälder Kirsch.

VON BÄRTEN UND ZIBÄRTLE
Und wie soll der Gin nun heißen? Wir alle tragen Bärte, die vielleicht nicht ganz so Hippstermäßig lang sind, aber immerhin. Und das Zibärtle trägt einen im Namen. Die Blüten der Schafgarbe sind so weiß wie unser Brennmeister mit Nachnamen heißt. Setzt man diese Gleichung zusammen, addiert ein bisschen Gin Tonic und zieht daraus die Wurzel lautet das Ergebnis: WEISSBART! Passt!

Ganz zufällig läuft uns dann auch noch dieser Schwarzwald-Rocker mit seinem langen, weißen Gestrüpp im Gesicht über den Weg. Ganz klar: Der Kerl muss auf die Flasche! Das Märchen, wonach dieser Biker auf der Suche nach dem Gin und dem Sinn des Lebens sieben Tage lang über sieben Schwarzwaldberge mit seiner Harley gedonnert ist, um im Schweiße seines Angesichts die Ingredienzien zusammenzusammeln, ersparen wir Euch und lassen lieber unseren Gin für sich sprechen …

Jener hat gerade begonnen, im Mittellauf in den Edelstahleimer zu plätschern. Quasi das Filetstück beim Brennen. Mit fast 90 Prozent läuft er ganz gemächlich aus der alten Familiendestille heraus. Zu stark, um ihn direkt zu trinken, also bringt ihn Marcel mit Wasser aus dem eigenen Brunnen auf Trinkstärke. Jetzt aber! Hoch die Gläser! Schnuppern, schlürfen, schlotzen und schlucken. In der Nase schon toll, aber im Mund erst! Erfrischend kommt die Minze durch, die würzige Schafgarbe gibt dem Gin dann Tiefgang. Am Ende der Mandelton am Gaumen und die Frucht von Zibärtle und Kirsche. Herrlich! Geschafft! Wir strahlen uns an und wischen uns den Schweiß vom Gesicht. #heimat proudly presents: den WEISSBART!

SELBER PROBIEREN?

IHR! WOLLT! IHN! DOCH! AUCH!
Also schreibt an heimat@tietge.com und nennt uns Eure Adresse. Die 0,5-Liter-Flasche WEISSBART!-Gin kostet 34,50 Euro zzgl. Versand. Gerne könnt Ihr Euch die Flasche bei uns in Offenburg in der Wilhelmstr. 31 auch abholen. Viele weitere Infos, neue Cocktailrezepte mit Gin, Online-Bestellung und weitere Verkaufsstellen unter: www.weissbart-gin.de

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